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Mittwoch, 30. Juli 2014

Mittwoch, Tag 9: Scuol - Mals (55km/637Hm) - SPONTANER PAUSETAG

Es hat nicht wirklich den ganzen Tag geregnet, das ist also keine Ausrede. Nur bis zum Reschensee. Da war ich dann halt mal wieder nassgeregnet. In den Seitentälern und um die Gipfel links und rechts hängen Wolken und ich beschließe, nachdem ich die Höhenmetersache sowieso an den Haken gehängt habe, dass heute nur das Rad umgesetzt wird und Pausetag ist. Ein E-Biker-Pärchen hängt mich am M-Preis ab, an dem ich an einem Cappuccino hängen bleibe. Draußen schüttet es und bis in meine Unterkunft sind es sowieso nur dreimal anschubsen und hinabrollen.

Ich fühle mich eigentlich nicht unfit, nur etwas unmotiviert. Das Kaugummi hat funktioniert und macht seinem Namen alle Ehre. Trotzdem suppt das Wasser langsam in die Schuhe und ich kann mich nur wiederholen: durchweichte Füße kann ich nicht ausstehen. Ich hab einfach keine Lust ein nebliges Seitental anzuschauen und mache einen Nachmittagsschlaf. In meiner sagenhaft günstigen Unterkunft, die freundlich, total sauber, hochgradig sympathisch und seit den 60ern unverändert ist.

Auch wenn es hier, wie in den meisten Unterkünften bisher, total nett ist wie die Leute sich Mühe geben, so gut sie eben können, so war doch die interessanteste und bequemste Unterkunft bisher die gestrige: die Jugendherberge in Scuol. Auch wenn das mit der Jugend schon eine Weile gelaufen ist, hat mich das Gebäude interessiert, als ich es gesehen habe. Und tatsächlich, es ist dort nicht nur extrem nett von der Sekunde der Ankunft, sondern auch extrem praktisch. Das Gebäude gerade von innen voll nach meinem Geschmack und bestens durchdacht. Ich kann auch nach 20Uhr noch Wäsche waschen lassen, im 6-Bett-Zimmer mit einer 5-köpfigen radfahrenden Schweizerfamilie schlafe ich besser als in allen vorherigen Nächten und das Frühstück toppt sämtliche bisherigen in Qualität und Auswahl.

Jaaaaa, und so ein Pausetag ist in vielerlei Hinsicht gut. Zum einen freue ich mich wieder richtig, morgen in die Pedale zu treten, und zum anderen soll es morgen endlich etwas besser sein. Noch ist alles grau verhangen, aber das wird schon. Ich glaube fest daran.

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