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Samstag, 2. August 2014

Samstag, Tag 12: Brez - Astfeld (66km/1359Hm)

Heute hat sich der Kreis geschlossen als ich dort am Abzweig zum Gampenpass ankam, wo ich vor drei Jahren schon in der Gegenrichtung stand. Damals, als ich die auf drei Wochen ausgelegte Runde im Uhrzeigersinn begonnen habe, habe ich mich während der verregneten Auffahrt zum Mendelpass entschieden abzubrechen und über den Gampenpass nach Meran zu fahren und von dort mit dem Zug nach Hause. Heute stehe ich kurze Zeit später wieder unter grau-schwarzen Wolken am Mendelpass. Auf den ersten Abfahrtsmetern öffnen sich die Schleusen und zum hundertsten Mal heißt es die sowieso nicht dichten Regenüberzüge über die Schuhe stülpen um Schlimmstes zu verzögern, Regenshorts, Regenjacke anziehen und ab ins nasse Vergnügen. Es sieht alles ganz genauso aus wie vor drei Jahren, und es kommt mir nicht so vor als wäre seitdem tatsächlich so viel Zeit vergangen. Auch bin ich diesmal deutlich entspannter, weil ich weiß, dass ich diese schöne Radrunde in zwei Tagen abhaken werde. Zwar wieder nicht ganz so wie geplant, aber zumindest war ich endlich mal in der Schweiz und konnte in Ruhe ein paar Täler ansehen und Pässe abknipsen.

Die Fahrt heute ist kurz. Was völlig in Ordnung ist für mich, denn der Regen macht, als ich Bozen durchquere, zwar eine kleine Pause, setzt aber bei der Auffahrt ins unerwartet interessant aussehende Sarntal wieder ein. Nicht schlimm, aber irgendwie ist es doch ein wenig nervig. So wie mir heut überhaupt einiges auf den Keks geht. Autos die zu dicht an mir vorbeifahren und 19 Tunnel in denen es unglaublich laut wird, wenn Autos und Motorräder zeitgleich wie ich hindurchfahren.

Gestern hat mich ein Autofahrer im Tunnel angehupt. Ich weiß nicht ob er eine Vorstellung davon hat, wie laut das ist. Ich glaube es war freundlich gemeint, zumindest sah der mir entgegenkommende Fahrer fröhlich aus und hat gewunken. Oder aber er wusste einfach wie lustig es aussieht wenn ein Fahrradfahrer vor Schreck einen riesigen Satz macht und die Vorfreude auf diesen Anblick stand ihm ins Gesicht geschrieben.

Zwischen den Tunneln auf den ersten Kilometern der Straße ins Sarntal kann man nach den bald endenden Weingärten Blicke auf eine tiefe Schlucht, wilde Felsen und einen regenwaldartigen Bewuchs der steilen Hängen werfen. Es riecht und hört sich auch an wie im Regenwald, Australien oder so, nicht Italien.

Als ich Astfeld erreiche, inzwischen sieht es nicht mehr nach Australien sondern eher nach Österreich aus, geht das Regnen gerade wieder in Schütten über, so dass ich froh bin heute schon wieder so früh am Ziel zu sein. Um spannend zu sein war dieser Tag einfach zu kurz, und um entspannt zu sein war er eindeutig zu nass. Morgen wird besser!

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